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 Tourismus

Anlegestelle in Goritsy

Fresken von Dionissi

Ferapont-Kloster

Volksfest im Kreis Nüksenitza

In der Altstadt von Vologda

Veliki Ustjug - Heimat von Väterchen Frost

Das russische Theben des Nordens. Diesen Namen gab der russische Schriftsteller A.Muravjov Mitte des XIX. Jahrhunderts einer weitlaufigen Waldgegend rund um den Weissen See. Schon im XIII. Jahrhundert wurden hier erste Klöster an den Ufern zahlreicher Seen und Flüsse gegründet. Bekannt sind auch andere Namen Vologdas: Land der weissen Nächte und Land der blauen Seen.

Vologda ist eine der grössten Regionen im Nordwesten Russlands. Die maximale Ausdehnung von Nord nach Süd ist 385 km, von West nach Ost 650 km. Vologdas zentrale Lage im europäischen Norden Russlands erfordert grosszügige Verkehrsverbindungen. Die Region weisst ein dichtes Netz an Strassen, Bahnen und allen anderen Verkehrsmitteln auf und entspricht der Rolle der Drehscheibe für andere Regionen im Nordwesten Russlands.

Nach dem touristischen Potential (Ratingagentur Expert-RA) belegt Vologda Platz 11 von insgesamt 85 russischen Regionen. Dies ist vor allem auf historische Sehenswürdigkeiten, reiche Kunst- und Kulturschätze zurückzuführen. Von 777 bekannten Zeugnissen menschlicher Geschichte sind 218 Kulturdenkmäler von nationaler Bedeutung.

Vologda gilt heute aber auch als ein Urlaubsland. Zu allen Jahreszeiten bieten die Kur- und Erholungslandschaften ein verlockendes Touristikangebot von mehr als 250 Touren und Führungen.

Eine der beliebtesten Arten durch Russland zu reisen ist eine Flussreise. Die grössten Wasserwege der Region Vologda sind die Wolga-Ostsee-Wasserstrasse und das Schleusensystem der Nördlichen Dwina. Mit den Schiffen unterschiedlicher Grösse und Ausstattung kann man ohne ständigen Hotelwechsel faszinierende Landschaften, historische Sehenswürdigkeiten und Kulturen erleben.

Die Touristen, die mit den Flusskreuzfahrtschiffen auf der Wolga-Ostsee-Wasserstrasse reisen, haben die Möglichkeit von den Anlegestellen in Vytegra, Goritsy, Irma und Tscherepovetz aus interessante Ausflüge zu machen.

Wichtigste Anziehungspunkte sind vor allem das Kirill-Beloserski-Kloster und das Ferapont-Kloster (Weltkulturerbe der UNESCO) im Kreis Kirillov (Anlegestelle Goritsy). Jährlich besuchen über 265 Tsd. Touristen davon 70% aus dem Ausland diese Kulturdenkmäler.

Viele bekannte Persönlichkeiten haben in Vologda ihre Spuren hinterlassen. Iwan der Schreckliche und Peter I. weilten hier einige Male. Die Gerechten Ferapont, Kirill Beloserski, Pavel Obnorski gründeten hier ihre Klöster. Aus Vologda stammen viele russische Dichter und Schriftsteller K.Batüschkov, W.Gilarovski, I.Severjanin, W.Schalamow, N.Rubzov.

Unverfälschte Natur mit selten gewordenen Pflanzen und Tieren, stillen Wasserläufen und weiten Wäldern prägen heute das Landschaftsbild der Region. Das staatliche Charles-Darwin-Naturschutzgebiet und der Naturschutzpark Russischer Norden ermöglichen die Begegnung mit ursprünglichen Lebensgemeinschaften.

Bekannt ist Vologda auch für das reich entwickelte Kunsthandwerk. Spitzenklöppelei, Schemogoder Schnitzereien, Nördliche Niellen, Metallbearbeitung "Frost auf dem Blech", Filigrane und Emaillen. Diese alten gewerblichen Traditionen werden auch heute weiter gepflegt.

Kirillov, Ferapontovo, Belosersk, Totma, Ustjushna. Insgesamt 15 Städte und Dörfer künden von der historischen Vergangenheit und faszinieren die Touristen mit ihren einzigartigen Architekturensembles.

Einen ersten Höhepunkt bietet aber die Hauptstadt Vologda mit der Sophien-Kathedrale, dem Glockenturm, der alten Stadtburg, vielen Kirchen, Bürger- und Geschäftshäusern. Zum ersten Mal wurde Vologda wie auch Moskau 1147 urkundlich erwähnt.

Die älteste Stadt der Region ist aber Belosersk. Erstmals 862 urkundlich erwähnt war Belosersk das Zentrum gleichgenannten Fürstentums. Damals sollte der Waräger König Sineus dieses Land regieren. Die Stadt hatte damals den Namen Beloosero, was auf die Lage an dem Weissen See (wörtlich übersetzt: belo - weiss, osero - See) hinwies.

Auf Anordnung des Grossfürsten Iwan III. wurde in Beloosero ein 30 Meter hoher von einem Graben umringter Erdwall gebaut.

Im Sommer kommen viele Touristen nach Belosersk. Jährlich findet ein grosses Festival "Beloosero" statt. Es fällt immer mit dem Stadtfest im Juli zusammen. Die Höhepunkte sind Open - Air - Veranstaltungen an dem alten Erdwall und am Ufer des Weissen Sees.

Eine andere alte Stadt der Region ist Totma. Das Wappentier von Totma ist ein schwarzer Fuchs. Es ist wohl auf einen regen Pelzhandel mit Amerika zurückzuführen.

Russisches Amerika... Einer der berühmten Bürger von Totma war Iwan Kuskov (1765-1823). Kuskov erforschte Alaska und die ganze Westküste Nordamerikas. Er gründete in Kalifornien russische Festung Fort Ross. Heute ist es ein Nationalpark. Sowohl in Fort Ross, als auch in Totma gibt es die Museen dieses bekannten Seefahrers. Hohe weisse Kathedralen am Ufer der Suchona erheben sich heute wie die Segelschiffe aus jener Zeit und erinnern an die bekannten Reisenden der Stadt.

Veliki Ustjug wurde ebenso wie Moskau und Vologda im XII. Jahrhundert gegründet. Mit seiner über 800jährigen Geschichte bietet Veliki Ustjug eine Vielfalt kostbarer Kunstwerke und sehenswerter Bauten. Weisse Kathedralen, Glockentürme, prächtige Bürgerhäuser am hohen linken Ufer der Suchona wirken märchenhaft zu jeder Jahreszeit.

Heute gilt diese stille Provinzstadt mit einem märchenhaften Flair als Heimat vom russischen Väterchen Frost. Kein Wunder, dass über 100000 Besucher jährlich nach Veliki Ustjug pilgern. Allein 30 Sonderzüge kommen in den Monaten Dezember und Januar hier aus ganz Russland an.

Vytegra im Nordwesten der Region ist insbesondere für aktive Erholung ein attraktives Reiseziel. Die Natur hat hier ihre ursprüngliche Schönheiten unversehrt behalten. Woran es Vytegra nicht mangelt ist Wasser. Viele kleine Seen werden vor allem wegen der herrlichen Landschaften geschätzt. Im Nordwesten bildet die grosse Onegasee eine natürliche Grenze zu der Republik Karelien und Region Leningrad.

Seit jeher lag das heutige Tscherepovetz am Schnittpunkt der Handelswege und galt als Umschlagplatz von Waren. Auch heute ist es ein grosser Binnenhafen der Wolga-Ostsee-Wasserstrasse. Die bekannten Söhne der Stadt sind Maler Wassili Wereschtschagin und sein Bruder Nikolai Wereschtschagin, Dichter Igor Severjanin.

Auch kleinere Städte und Dörfer in Kreisen Ustjushna, Scheksna, Nüksenitza, Grjasovetz oder Ustje geben einen eindrucksvollen Blick in die wechselvolle und interessante Geschichte der Region und laden zu einer erlebnisreichen Russlandreise an.


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Nachrichten

08.07.2010
Eine hochrangige französische Delegation unter der Leitung des Botschafters Frankreichs in Russland Jean de Gliniasty trifft heute abend in Vologda ein.   

25.02.2010
Die internationale Messe Russischer Flachs wurde heute im Messezentrum Russki Dom festlich eröffnet.   

25.02.2010
Das russische Väterchen Frost aus Veliki Ustjug unterstützt die nationale Olympiamannschaft in Vancouver.   

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